Herrschaftskritisches Sommercamp 2026

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Sommercamps Herrschaftskritisches Sommercamp 2026

Radikales Chillen, Theorie und Praxis?! Das alles und noch viel mehr gibt es auf dem herrschaftskritischen Sommercamp. Komm vorbei und bring deine Ideen mit! Hier kannst du neue Leute treffen, dich vernetzen und mit Friends abhängen.

Unser selbstorganisiertes Camp soll von allen gemeinsam gestaltet werden. Du kannst selbst inhaltliche und praktische Workshops ausprobieren. Wolltest du schon immer mal diesen einen Text gemeinsam lesen oder die eine Bastelanleitung ausprobieren? Willst du am See chillen, Kanu fahren oder den ganzen Tag in der Sonne lesen? Dann komm vorbei und wir probieren gemeinsam aus, wie das gute Leben für alle aussehen kann!

Ort: In der Nähe von Berlin.
Kosten: 10–20 € pro Tag nach Selbsteinschätzung.
Falls es finanziell schwierig werden sollte, gib uns Bescheid. Am Geld soll es nicht scheitern!

Anmeldung: Ihr könnt euch per Mail anmelden an info@linkes-sommercamp.de oder über dieses Formular (Drittanbieter, die Datensätze werden von unserer Seite aus nach dem Sommercamp gelöscht). Wenn du dich lieber per Mail anmelden möchtest, brauchen wir folgende Informationen. Du kannst den nächsten Absatz kopieren und als Vorlage für die Anmeldemail verwenden:

Hiermit melde ich mich für das herrschaftskritische Sommercamp 2026 an.

Name oder Alias:
Alter:
Mailadresse:
An diesen Tagen möchte ich kommen:
Ich schlafe im Zelt (eigenes/ich brauche ein Zelt) oder Mehrbettzimmer (all-gender oder FLINTA):
Ich kann folgenden Teilnahmebeitrag zahlen (10-20€ pro Tag. Falls es finanziell schwierig ist, geht auch weniger):
Ich habe Lust folgenden Programmpunkt anzubieten oder mich einzubringen:
Folgende Besonderheiten solltet ihr über mich wissen (Einschränkungen, Allergien etc.):
Ich brauche Kinderbetreuung (nur während der Workshopzeiten Vor- und Nachmittags):
Das will ich noch loswerden :

vorläufiges Programm (wird weiterhin regelmäßig aktualisiert)

Es gibt jeden Vor- und Nachmittag Workshops. Die nächste Badestelle ist ca. 20 Minuten zu Fuß oder 5 Minuten mit dem Fahrrad entfernt. Vor Ort gibt es Kanus, mit denen ihr von einem nahe gelegenen Kanal aus lospaddeln könnt. Außerdem haben wir eine Fass-Sauna, die wir jeden Abend anfeuern können.

Donnerstag

  • Awareness-Workshop (Donnerstag 15-18 Uhr)

Awareness beginnt nicht erst, wenn etwas passiert. Sie zeigt sich darin, wie wir miteinander umgehen, Grenzen wahrnehmen und Verantwortung füreinander übernehmen. In diesem Workshop wollen wir uns dem Thema gemeinsam annähern. Es gibt keinen fertigen inhaltlichen Input, sondern wir teilen unser gemeinsames Wissen und unsere Erfahrungen und erläutern uns gegenseitig Begriffe. Wir starten mit einem Kennenlernen. Danach sprechen wir über die Grundlagen von Awareness und beschäftigen uns mit wichtigen Begriffen rund um Awareness: Was bedeuten Begriffe wie Parteilichkeit, Privilegien, Grenzen, Diskriminierung oder auch (Definitions- und Sanktion-)Macht, Betroffenenperspektive und Safer Space? Was haben sie mit unserem Camp-Alltag zu tun? Zum Abschluss wollen wir gemeinsam überlegen: Welche Kultur möchten wir auf dem Camp schaffen? Wie können wir Verantwortung teilen und Räume gestalten, in denen unterschiedliche Menschen teilnehmen können?

  • Box-Gymnastik (Donnerstag 16-17 Uhr)

Bock auf einen kleinen Schweißausbruch? Angeleitetes 45-minütiges Workout mit Elementen aus dem (Thai-)Boxen, inklusive Stretching, ohne Körperkontakt. Keine Vorkenntnisse nötig!

Freitag

  • Be-hinderung und Feminismus (Freitag 10-13 Uhr)

Wir möchten uns damit beschäftigen, was unter "Be-hinderung" verstanden werden kann und welchen Diskriminierungen be-hinderte Frauen* ausgesetzt sind. Wie können feministische und anti-ableistische Kämpfe gemeinsam gedacht werden?
Input und Austausch

  • Einführung in Einfache Sprache und Bedeutung für linke Praxis (Freitag 10-13 Uhr)

Wie funktioniert Einfache Sprache und worin unterscheidet sie sich von Leichter Sprache? Diesen Fragen widmen wir uns in einem einführenden Input mit anschließenden praktischen Übungen. Gemeinsam setzen wir uns mit den Grundlagen der Einfachen Sprache auseinander und sprechen darüber, warum sie ein wichtiges Werkzeug für linke Praxis ist, welche Zugänge sie eröffnet und wie wir sie sinnvoll einsetzen können.

  • Linoldruck, Siebdruck, Cyanotypie (Freitag 15-18 Uhr)

Mit Druck- und Fototechniken bilden wir Motive eurer Wahl auf Papier ab. Ihr könnt euch auch ein helles Shirt zum Bedrucken mitbringen. Für Linoldruck schneiden wir das Motiv als "Negativ" in eine Linolplatte.  Für Cyanotypie (auch "Blaupause") legen wir Objekte auf einen fotosensitiven Untergrund. In der Sonne färbt sich der Untergrund blau und die Schatten der Objekte sind weiß zu sehen. Für Siebdruck haben wir ein bereits belichtetes Sieb mit zwei Motiven und weißer Farbe vor Ort, die ihr auf eure Klamotten drucken könnt. Alle weiteren Materialien sind vorhanden. Keine Vorkenntnisse nötig!

Samstag

  • Bücher binden (Samstag 10-13 Uhr)

Zusammen können wir mit einfach Techniken kleine Bücher selbst binden und verhübschen. Material besorgen wir, aber ihr dürft natürlich auch eigenes Bastelzeug zum verzieren und gestalten mitbringen. Wenn Zeit bleibt und wir noch Lust haben, können die Bücher direkt im Anschluss für nen paar Schreibübungen genutzt werden!

  • "Euthanasie"-Verbrechen (Samstag 10-13 Uhr)

Warum wurden Menschen mit Be-hinderung und/oder psychischen Erkrankungen erst kürzlich als Opfer der Nationalsozialisten anerkannt? Der Vortrag beleuchtet die Wurzeln des Hasses auf vermeintlich "unproduktive" Menschen, das komplexe System ihrer Verfolgung und Vernichtung sowie das anschließende Schweigen darüber.

  • Digitaler Autoritarismus: Big Tech, Künstliche Intelligenz, Tech-Nationalismus und linke Antworten (Samstag 15-18 Uhr)

Digitale Technologien, allen voran “KI”, bilden heute die Speerspitze kapitalistischer Akkumulation und Zerstörung. Digitale Plattformen, Rechenzentren und Künstliche Intelligenz intensivieren bestehende Ausbeutungsformen und technologische Herrschaft. Techkonzerne gehen Allianzen mit autoritären Regimen ein, Künstliche Intelligenz bahnt einem neuen Faschismus den Weg und Europa treibt unter dem Begriff „Digitale Souveränität“ Nationalismus voran. Was ist eine linke Perspektive auf den wachsenden digitalen Autoritarismus? Welche Widerstandsmöglichkeiten gibt es und welche müssen wir aufbauen? Aline Blankertz und Malte Engeler aus dem Kollektiv „Structural Integrity“ stellen dazu ihr Buch „Digitale Solidarität - Zur Überwindung kapitalistischer Technologie“ vor und laden zur Diskussion ein.

  • Diskussionsworkshop: weniger arbeiten, mehr leben! (Samstag 15-18 Uhr)

In unserem Diskussionsworkshop schaffen wir zunächst ein Bewusstsein für die zeitliche Struktur unseres Alltags – ausgehend von euren persönlichen Erfahrungen.  Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der Arbeitszeitverkürzung und diskutieren, wie wir diese Geschichte weiterschreiben können. Vorgestellt wird zudem die 4-in-1-Perspektive, welche die Tätigkeitsformen Erwerbsarbeit, Reproduktions- und Sorgearbeit, kulturelle Selbstentfaltung und gesellschaftliches Engagement verbindet.

Außerdem diskutieren wir:
Den Zusammenhang zwischen Klimakrise, Ökologie und Arbeitszeit
Die Rolle von Feminismus und Sorgearbeit in einer neuen Arbeitswelt

Sonntag

  • "was wäre wenn..." (Film & Diskussion) (Sonntag 10-13 Uhr)

„was wäre wenn..." mit diesem 32 minütigen Film als Einleitung, will ich mit 10 Thesen zu meinem Buch „Utopia ist machbar - 20 Jahresplan für eine globalisierte Welt von Wohlstand, sozialer Gerechtigkeit und individuellem Glück für alle" überleiten und hoffe damit, spannende Diskussionen zu erzeugen.

  • Box-Gymnastik (Sonntag 11-12 Uhr)

Bock auf einen kleinen Schweißausbruch? Angeleitetes 45-minütiges Workout mit Elementen aus dem (Thai-)Boxen, inklusive Stretching, ohne Körperkontakt. Keine Vorkenntnisse nötig!

  • Wander-Workshop: Mythos Deutscher Wald (Sonntag 15-18 Uhr)

Der Wald ist nicht nur Ökosystem, sondern als „Deutscher Wald“ auch ideologisch aufgeladenes Motiv. Schon seit der Romantik und vor allem im Nationalsozialismus diente er als Begründung einer untrennbaren Verbundenheit zwischen einer „deutschen Volksgemeinschaft“ und der „deutschen Landschaft“. Der Wander-Workshop gibt einen Einblick in die Waldgeschichte in Deutschland und zeigt, wie der Wald immer wieder für menschenverachtende, rassistische und faschistische Ideologien benutzt wurde. Auch heute beziehen sich extrem rechte Gruppierungen auf den Wald, um ihre völkischen Ideen von Heimatliebe, Nationalismus und dem Kampf gegen das vermeintlich Fremde zu verbreiten.