Wenn Herrschaftskritiken sich gegeneinander ausspielen - Diskussionsrunde zum Verhältnis von Postkolonialer Theorie und Kritik des Antisemitismus

Es passiert oft, dass bestimmte linksradikale Positionen sich trotz ihres herrschaftskritischen Anspruchs als vermeintlich unvereinbare Fronten gegeneinander „ausspielen“. Dies liegt, so scheint es, auch an unterschiedlichen theoretischen Zugängen. So wird die Kritik des Antisemitismus oftmals vor dem Hintergrund der Erkenntnisse der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule formuliert, während rassismuskritische Positionen sich seit einiger Zeit vor allem aus dem Begriffsinstrumentarium postkolonialer Theoriebildung bedienen. Dabei sind beide Ansätze, so meinen wir, gewinnbringend für Herrschaftskritik - gleichzeitig produzieren beide auch bestimmte blinde Flecken . Wir wollen uns diese Diskussion im workshop näher anschauen, versuchen, eigene Thesen zu formulieren und überlegen, wie man dieser Konstellation begegnen kann. Es handelt sich nicht um ein Einführungsseminar!