Gedenkstättenfahrt nach Marseille & Camp des Milles
Gedenkstättenfahrt nach Marseille & Camp des Milles
Im Mittelpunkt dieser Gedenkstättenfahrt steht die Gedenkstätte Camp des Milles bei Aix-en-Provence/Marseille. Das ehemalige Lager ist im deutschsprachigen Raum meist nur als Internierungsort exilierter Schriftsteller*innen und Künstler:innen bekannt. Seine Funktion als Deportationslager für Jüdinnen und Juden aus Frankreich ist dagegen weitgehend unbekannt. Die Fahrt nimmt diesen historischen Ort zum Ausgangspunkt, um die Verfolgung, Entrechtung und Deportation von Menschen im Kontext des Nationalsozialismus in Frankreich sichtbar zu machen.
Die Geschichte des Camp des Milles wird entlang seiner verschiedenen Lagerphasen erschlossen: von der Internierung sogenannter „feindlicher Elemente“ ab 1939 über die Inhaftierung „unerwünschter Ausländer“ bis hin zur Internierung jüdischer Menschen und ihrer Deportation im Sommer 1942. Diese Entwicklungen werden in Beziehung gesetzt zur deutschen Besatzung Frankreichs, zur Rolle des Vichy-Regimes sowie zum französischen Lagersystem insgesamt. Dabei wird deutlich, dass Ausgrenzung und Deportation das Ergebnis eines Zusammenspiels deutscher Besatzungspolitik und französischer Kollaboration waren.
Neben der Gedenkstätte beschäftigen wir uns in Sanary-sur-Mer mit den Biografien von Exilierten, die in Frankreich Zuflucht suchten und später interniert wurden. In Marseille thematisieren wir zudem die Situation von Frauen in den Lagern, unter anderem am Beispiel des Außenlagers Hotel Bompard, sowie weibliche Formen von Widerstand in der Region.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Handlungsspielräumen von Individuen und Organisationen: Hilfsnetzwerke, Rettungsaktionen, aber auch Täter:innen und Mitverantwortliche werden in den Blick genommen. So zeigt die Fahrt die Vielfalt von Kollaboration, Anpassung und Widerstand im südfranzösischen Raum.
Ziel der Gedenkstättenfahrt ist es, das Camp des Milles als zentralen historischen Ort kennenzulernen und in den Gesamtzusammenhang von Nationalsozialismus, Shoah und europäischer Besatzungsgeschichte einzuordnen – und damit einen oft übersehenen Teil der Geschichte des Zweiten Weltkriegs sichtbar zu machen.
Teilnahmebeitrag: 250€; mit eigenständiger An- und Abreise. Programm, Übernachtung mit Frühstück im Zweierzimmer sowie Fahrtkosten vor Ort inbegriffen.
Bildungsurlaub ist für Berlin und Brandenburg bewilligt.
Anmeldung bis zum 15.06.2026 per Mail mit ein paar Sätzen zu euch und warum ihr mitfahren wollt.
Bei Fragen und Anmeldung gerne an thomas@nfj-berlin.de
Die Gedenkstättenfahrt wird gefördert durch: - das Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, - das Bundesprogramm “Jugend erinnert”, - den Kinder- und Jugendplan des Bundes., - die Bethe-Stiftung und - dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH (IBB) – Zentralstelle zur Förderung von Gedenkstättenfahrten.