Kritische Stadtwanderungen

Die Stadtwanderungen "Uns gehört die Stadt!":
In diesem Jahr veranstalten wir eine Reihe "kritischer Stadtspaziergänge" - immer Sonntag nachmittags - im Rahmen derer wir uns mit Berliner Alltagswelten und -kämpfen beschäftigen wollen.

Kritische Stadtwanderungen werden von sachkundigen Interpret*innen der Stadt organisiert. Die Teilnahme ist für Mitglieder der NATURFREUNDE kostenlos. Bei allen übrigen Teilnehmer*innen wird ein Beitrag in Höhe von 3 Euro erhoben. Die ca. 2-stündigen Touren beenden wir mit einem gemeinsamen Cafébesuch, der die Möglichkeit zu weiteren Diskussionen bietet.
Da leider in der Stadt nicht alle Wege barrierefrei sind, sagt doch bitte vorher Bescheid, wenn Ihr bestimmte Anforderungen an Barrierefreiheit habt, im Rolli oder mit einem Kinderwagen kommt, damit wir Euch unterstützen können. Kinder sind herzlich willkommen. Wir unterstützen bei der Betreuung. Schreibt uns vorher eine Mail an info@naturfreundejugend-berlin.de

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Sonntag, 21. Mai 14:00 - 16:00
Diskurse an der Hauswand Graffiti in Kreuzberg von den 1990ern bis heute

Mal nur wenige Tage, mal über viele Jahre können wir die Schriftzüge verschiedener Graffiti-Crews und -Künstler*innen an Mauern und Hauswänden lesen. Auch politische Parolen von Antifas, Autonomen oder
verschiedener Spontan-Aktivist*innen begleiten uns im öffentlichen Raum. Auf der Kiezwanderung gehen wir ihren Spuren nach

Treffpunkt: Mitte der Oberbaumbrücke unter den Torbögen bei den Papier-Stein-Schere-Leuchtkästen

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Sonntag, 18. Juni 14:00 - 16:00
Fahrradtour: „Schaffen wir zwei, drei, viele Vietnam" Auf den Spuren der 68er Bewegung

Die Revolte der Studierenden hat die Wirschaftswunderrepublik nachhaltig veränderte und ist dennoch kaum im Stadtbild präsent. Dabei hat die Revolte der „Neuen Linken“ eine ganze Generation inspiriert: Kritik an Kapitalismus, Nazi-Eltern und autoritärer Herrschaft, internationale Solidarität, Studienreform und antiautoritäre Erziehung. In Berlin wurde gegen den Schah von Persien, Notstandsgesetze, den Vietnamkrieg und Springer demonstriert. Auf der Tour folgen wir den Spuren von SDS, Kommune 1, Weiberrat und Republikanischem Club, Wir beschäftigen uns mit der Ermordung von Benno Ohnesorg und den Irrfahrten der K-Gruppen mit ihrem Mao-Fetisch ebenso wie mit dem antisemitischen Anschlag auf das Jüdische Gemeindehaus durch die Tupamaros Westberlin.

Achtung: Fahrrad nicht vergessen!

Treffpunkt: S-Bhf. Halensee, Ausgang (S42)

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Sonntag, 2. Juli 14:00 - 16:00
Berlin ohne Grenzen - Geflüchtete zeigen ihr Berlin

Wie fühlt sich Ankommen in Berlin an? Geflüchtete erzählen von ihrem Erleben und Aneignen der Stadt. Welche Orte sind für sie wichtig? Welche Infrastruktur haben sich geflüchtete Menschen in Berlin geschaffen? Gemeinsam wollen wir einen anderen Blick auf die Stadt werfen und dabei auch erfahren, welche persönlichen Geschichten Menschen prägen, die nach der Flucht in Berlin einen Neuanfang wagen.

Treffpunkt: Karl-Marx-Str. Ecke Ecke Uthmannstraße

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Sonntag, 3. September 14:00 - 16:00
Prekäres Berlin: Zur Geschichte von Armut und Solidarität

Wie funktionierte ein Mieterstreik? Wo lag die Schrippenkirche? Und was ist ein Lausoleum? Auf dem Stadtspaziergang erkunden wir die Geschichte der Armut im Wedding, erforschen die stetig wiederkehrende Wohnungsfrage und besuchen ein ehemaliges Obdachlosenasyl. Formen des Protestes und Eigeninitiativen stehen im Mittelpunkt der Tour.

Treffpunkt: Ecke Bernauer Straße / Ackerstraße

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Sonntag, 22. Oktober 14:00 - 16:00
Freiräume: Linke Läden in Berlin (Fahrradtour)

Berlin hat eine bewegte linke Geschichte und ist bis heute eine Stadt mit einer gewachsenen Infrastruktur für emanzipatorische Projekte und Selbstorganisation. Viele dieser Räume wurden angeeignet, erkämpft und müssen bis heute als Freiräume verteidigt werden. Auf der Fahrradtour wollen wir die Berliner Szene erkunden, linke Läden kennenlernen und mehr über ihre Geschichte erfahren.

Treffpunkt: NFJ-Laden, Weichselstraße 13/14, 12045 Berlin-Neukölln

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Sonntag, 5. November 14:00 - 16:00
Privatsphäre im öffentlichen Raum: Leben ohne Wohnung

Für Menschen ohne Wohnung bekommen sonst selbstverständliche Dinge eine andere Bedeutung. Das Leben auf der Straße funktioniert nach eigenen Regeln und die Perspektive auf die Stadt ändert sich. Wir begleiten Klaus Seilwinder auf einem Abschnitt seiner täglichen Route während seiner Obdachlosigkeit zwischen 2002 und 2011. Er zeigt und erklärt, wie er es schaffte, mehrere Jahre auf der Straße zu überleben.

Treffpunkt:
Ecke Leipziger Str. 54 / Niederwallstraße (U2-Spittelmarkt)