NEU: Deutschland demobilisieren - herrschaftskritische Interventionen gegen rassistischen Mainstream und Nationalismus

warning: mysql_query(): Unable to save result set in /var/www/naturfreundejugend-berlin.de/htdocs/includes/database.mysql.inc on line 108.

Seit 2013 gibt es deutschlandweit zunehmende rassistische Mobilisierungen gegen Unterkünfte von Asylsuchenden, gegen Einwanderung und seit Ende 2014 gegen eine vermeintliche Islamisierung der Gesellschaft. Diese breite gesellschaftliche Mobilisierung wird auch von Todesdrohungen, Brandanschlägen und vielen weiteren Übergriffen begleitet. Zwar gibt es eine mediale Aufmerksamkeit für PEGIDA, "Nein zum Heim"-Initiativen und Co. erfahren aber wenig Beachtung. Verschiedene lokale Bündnisse, antirassistische Initiativen sowie Unterstützungsgruppen reagieren auf diese Situation und machen eine sehr wichtige und aufreibende Arbeit. Aber unserer Eindruck ist, dass durch all die organisatorische Arbeit, die in diesem Rahmen anfällt, eine wahrnehmbare weiterführende, gesellschaftskritische Analyse der aktuellen Entwicklungen in Deutschland ins Abseits gerät.
2014 haben wir uns der Beschäftigung mit diesen Themen gewidmet. Wir haben sowohl die unterschiedlichen lokalen rassistischen Mobilisierungen, die antirassistische Unterstützungsarbeit lokaler Gruppen, als auch den staatlichen und institutionellen Rassismus verfolgt. Außerdem betrachteten wir in unserer Kampagnengruppe die Kontinuitäten, aber auch Unterschiede zu den rassistischen Mobilisierungen in den 1990ern in Deutschland. Deren Folge war u.a. die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, was bis heute spürbar ist.
2014 haben wir ein internes Wochenendseminar organisiert, einen Workshop auf dem Sommercamp angeboten, an zahlreichen Demos teilgenommen und viele verschiedene Brainstormings zu möglichen Kampagnen abgehalten. Erst kürzlich haben wir ein Flugblatt mit dem Titel "Diese Ängste sind Rassismus! Deutschland entsorgen: gegen rassistische Mobilisierung intervenieren" gedruckt. Der Titel bildet eine der Hauptthesen ab, die sich aus unseren bisherigen Diskussionen ergeben haben. Denn nicht die vermeintlichen "Sorgen und Ängste" der weißen deutschen Bevölkerung sollten ernst genommen werden, sondern der aktuelle Rassismus in der Gesellschaft und die daraus resultierende Angst um Leib und Leben von Menschen, die derzeit Rassismus erfahren. Am 18.1.2015 haben wir spontan eine Demonstration in Gedenken an den Asylsuchenden Khaled Idris Bahray organisiert, der in der Nacht zum 13.1.2015 in Dresden ermordet wurde. An dieser Demonstration nahmen über 3000 Menschen teil und es gab eine breite Berichterstattung in den Medien.
Für 2015 schweben uns ein längerer Text zu unseren inhaltlichen Positionen und eine Veranstaltungsreihe zu unserem Kampagnenthema vor.
In der Auseinandersetzung mit Rassismus halten wir es nach wie vor für wichtig, uns mit Menschen oder Gruppen, die von Rassismus betroffen sind, auszutauschen und zu vernetzen und unsere eigene Positionierung im Blick zu behalten.

Mehr Infos zu unserer Arbeit findet ihr auch auf facebook

AttachmentSize
redebeitrag_pankow_fertig_fertig_layout.pdf244.19 KB