AK zu Psychiatriekritik

Der AK zu Psychiatriekritik hat sich im Anschluss an ein Tagesseminar im Frühjahr 2010 von Betroffenen und Nicht-Betroffenen gegründet. Anlässlich seiner Konstituierung haben wir grundsätzliche Fragen zur Definition von Betroffenheit diskutiert. Schließlich haben wir den Fokus auf die Auseinandersetzung mit theoretischen Texten gelegt. So behandelten wir abwechselnd Klassiker der antipsychiatrischen Bewegung (z.B. Cooper, Laing, amerikanische und italienische Ansätze) sowie Texte zur neuen Antipsychiatrie (z.B. von Trotha). Daneben verfolgten wir aktuelle Debatten zu ADHS und Ritalin und haben dabei stets die gesellschaftliche Funktion der Institution Psychiatrie im Auge behalten.
Trotz des gelegten Schwerpunkts auf die theoretische Arbeit sind uns nicht minder wichtig die konkreten, praktischen Möglichkeiten bezüglich des Umgangs mit Krisen in sozialen Zusammenhängen (z.B. Radikale Therapie). Neben einer Konkretisierung unserer Fragestellungen und der Suche nach Möglichkeiten politischer Interventionen ist für die Zukunft u.a. der Austausch mit anderen antipsychiatrischen Gruppen geplant. Außerdem haben wir einen blog eingerichtet, auf dem ihr euch mit Psychiatriekritik versorgen könnt: http://freakoutcrazy.wordpress.com/

*** Bei Interesse meldet euch einfach unter info@naturfreundejugend-berlin.de

******* Workshop: Was ist radikale Psychiatriekritik? Mit dem AK Psychiatriekritik der NFJ Berlin *******
Sonnabend, 20. April 2013

Was passiert, wenn wir nicht mehr funktionieren? Was heißt es, in unserer Gesellschaft das Etikett „psychisch krank“ zu bekommen? Wie sieht eine radikale Kritik am Krankheitsbegriff aus? Wir wollen eine Einführung in die radikale Psychiatriekritik geben, historische Bezüge zur Antipsychiatrie herstellen und uns gemeinsam Fragen dazu stellen, was radikale Kritik am psychiatrischen System heißen kann und welche allgemeine Gesellschaftskritik hier mitgedacht werden muss.
Es handelt sich um eine Einführungsveranstaltung, die keinerlei Vorwissen voraussetzt. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe: what makes us sick – schön, gesund, leistungsstark: total normal?!

20. April 2013// 18.00 Uhr// Schreinerstr. 47// Berlin-Friedrichshain

******* Workshop mit dem AK Psychiatriekritik in Dresden ********

Der WORKSHOP findet im AZ Conni in Dresden, von 11.00 bis 17.00 Uhr statt.

Psychiatrisierte Menschen, die in Hausprojekten Zuflucht suchen;Wohngemeinschaften, in denen die Hälfte der Mitbewohner Therapie machen;Publikationen, die durch Betitelung mit psychiatrischen Diagnosen Menschen abwerten und zur Einnahme von Psychopharmaka aufrufen – der ganz normale Alltag in der radikalen Linken. Es erscheint wie im alten Sprichwort „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“, wenn sich die radikale Linke weiterhin die Frage stellt „Was hat Antipsychiatrie mit uns zu tun?“ Der Workshop gibt einen einführenden Einblick in das psychiatrische System und zeigt Perspektiven der theoretischen Kritik an diesem auf.Wie lässt sich radikale Kritik am gegenwärtigen psychiatrischen Systemformulieren und umsetzen? Was lässt sich aus der bisherigen Geschichte der antipsychiatrischen Bewegung lernen? Welche Möglichkeiten gibt es, Menschen, die in einer kapitalistischen Gesellschaft ver-rückt werden, abseits der institutionalisierten psychiatrischen Landschaft zu unterstützten? Wie hängt die Diskriminierung von so genannten „psychisch Kranken“ mit anderen Diskriminierungsmechanismen zusammen? Anhand des Radical-Peer-Support Konzeptes wird aufgezeigt, wie gegenseitige Unterstützung abseits des psychiatrischen Systems möglich ist. Anschließend wird das Thema von der praktischen Seite angegangen, indem verschiedene Ideen und Wege der Unterstützung gemeinsam erarbeitet werden.

ANMELDUNGEN Wir wollen den Workshop für alle so angenehm wie möglich gestalten. Bitte schreibt uns deshalb bis 1. November eine Mail, dass ihr daran teilnehmen wollt. Das erleichtert uns die Vorbereitungen.

KINDERBETREUUNG Wenn ihr für die Zeit des Workshops eine Betreuung für eure Kinder braucht, nehmt bitte möglichst bald mit uns Kontakt auf, damit wir das organisieren können.MAILprojekt-ikarus-dresden@autistici.org

RÜCKMELDUNG Ihr erhaltet von uns zeitnah eine Bestätigung für eure Anmeldung, in der wir euch mit aktuellen Infos zum Workshop versorgen. BLOG Schaut bitte auch regelmäßig hier auf unseren Blog für genauere Infos zum Ablauf, zum Rahmenkonzept und zu organisatorischen Dingen. wahnsinnistunsinn.noblogs.org

10. November 2012// 11.00-17.00 Uhr// AZ Conni in Dresden

******* Podiumsveranstaltung zu Psychiatriekritik und Geschlecht **********
2013 wird voraussichtlich das DSM V erscheinen. In ihm werden die Diagnosen für die sog. "psychischen Krankheiten" für den nordamerikanischen Raum festgelegt. Dieses Handbuch hat einen enormen Einfluss auf die Definierung der entsprechenden Diagnosen im Manual der Weltgesundheitsorganisation, welches die Grundlage der Abrechnung für
die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland bildet. Dass die Diagnose "Geschlechtsidentitätstörung" vom DSM IV für das DSM V übernommen werden soll, hat bereits im Vorfeld zur breiten Formierung von Protest geführt. U.a. hat sich ein internationales "Stop Transpathologization 2012" Bündnis gegründet.

Der Protest gegen die Diagnose Geschlechtsidentitätstörung deckt exemplarisch die Schnittstellen zwischen antipsychiatrischen / psychiatriekritischen und die von lgbtiq-Gruppierungen formulierte Kritik auf. So spielt die Psychiatrie eine wesentliche Rolle in der Konstruktion von Geschlecht - u.a. wurde die Frau mit der Diagnose Hysterie zum ?kranken Geschlecht? und Homosexualität galt bis 1992 als psychische Krankheit. Im Rahmen eines Bündnisses kam es zu Beginn 2012 zu einer ersten Zusammenarbeit in Berlin. Eine radikalere Kritik am psychiatrischen System seitens der lgbtiq-Gruppierungen wurde hierbei von den psychiatriekritischen Gruppierungen gewünscht.

Im Rahmen eines öffentlichen Podiums sollen nun mögliche Konfliktlinien, aber auch Möglichkeiten politischer Zusammenarbeit diskutiert werden.

Am Podium nehmen Vertreter_innen von folgenden Initiativen/ Institutionen teil:
- ABQueer [www.abqueer.de]
- AKPsychiatriekritik der NFJ Berlin [freakoutcrazy.com]
- Ikarus Projekt Dresden [wahnsinnistunsinn.noblogs.org]
- STP2012 [stp2012berlin.blogsport.de]
- TRIQ [www.transinterqueer.org]
- Weglaufhaus [www.weglaufhaus.de]

16. November 2012// 19.00 Uhr// K-Fetisch// Wildenbruchstraße 86// 12045 Berlin